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Bauabnahme

Wann muss die Bauabnahme stattfinden?

Wann muss der Bauherr die Leistung des Bauträgers abnehmen?

Die Bauherren-Begleitung Rechtsanwalt Thorsten Jung rät: keine Bauabnahme ohne Profis!

Gleich, ob Sie ein Haus auf eigenem Grund von einer Baufirma bauen lassen, ein Haus oder eine Eigentumswohnung vom Bauträger erwerben oder ein Fertighaus errichten lassen: nach Fertigstellung hat eine Abnahme der Bauleistungen stattzufinden.

Die Abnahmeerklärung des Bauherren oder Erwerber ist dabei die wichtigste Willenserklärung im Bauverlauf überhaupt!

Und sie ist für den Bauherrn oder Erwerber ausschließlich nachteilig und für das Bauunternehmen ausschließlich mit Vorteilen verbunden.

Rechtsfolgen

Mit der Abnahme sind folgende, für den Bauherrn nachteilige rechtliche Konsequenzen verbunden:

1. Die Vergütung die letzte Rate oder letzten Raten wird fällig
2. Die Beweislast für das Vorhandensein von Mängeln kehrt sich um: nach der Abnahme muss der Bauherr beweisen, dass das Bauunternehmen mängelhaftungsplichtig ist
3. Die Gefahr geht auf den Bauherrn über, zum Beispiel für eine Beschädigung oder Zerstörung der Bauleistung
4. Die Verjährungsfrist für die Mängelansprüche des Bauherrn beginnt zu laufen
5. Für bekannte Mängel, die bei der Abnahme nicht vorbehalten werden, verliert der Bauherr seinen Anspruch auf Nachbesserung oder Minderung der Vergütung
6. Bei einer vereinbarten Vertragsstrafe muss der Bauherr bei der Abnahme einen Vorbehalt erklären

Abnahmeerklärung

Die genannten Rechtsfolgen verdeutlichen eindrucksvoll, dass die Bauunternehmen an einer raschen Abnahmeerklärung des Bauherrn ein immenses Interesse haben und dass die Bauherren sich gut überlegen sollten, ob sie die Abnahme tatsächlich erklären.

Die Bauleistung ist nur dann abnahmefähig und damit vom Bauherrn abzunehmen, wenn sie im Wesentlichen fertiggestellt ist und im Wesentlichen mangelfrei ist.

Unwesentliche Restarbeiten und unwesentliche Mängel geben dem Bauherrn damit kein Recht, die Abnahme zu verweigern.

Die Abgrenzung, was wesentlich ist und was unwesentlich, ist indes schon eine schwierige Rechtsfrage.

Hinzu kommt, dass der private Bauherr kaum in der Lage ist, die Bauleistungen sämtlicher Gewerke in technischer Hinsicht auf Mangelfreiheit zu prüfen und zu beurteilen. Insofern ist bei der Bauabnahme auch technischer Sachverstand gefragt.

 

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